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Nicht dadurch, dass wir an den Blättern ziehen


Was bedeutet "non-direktiv" in einem Coaching wirklich? Ich gehe davon aus, Sie sind interessiert am Thema Coaching und wollen mehr über die Methoden wissen, die ich anwende. In Deutschland kenne ich als maßgebliche Organisation für die personenzentrierte Gesprächsführung die Gesellschaft für wissenschaftliche Gesprächspsychotherapie e. V. (www.gwg-ev.org). Die personenzentrierte Gesprächsführung nach Carl Rogers beinhaltet als Basis eine non-direktive Haltung.

Zum Thema non-direktives Coaching und zu der Haltung in unserer Beratung:

  • Ein Coach, der "konsequent" Fragen stellt, wie auch immer sie gestaltet sein mögen, fördert nicht unbedingt das Gespräch, sondern führt es unserer Auffassung nach oder will es führen. Dies ist kurz und prägnant im sinnigen Spruch zusammengefasst: Wer fragt führt. Der Coach in der personenzentrierten Gesprächsführung allerdings geht auf den Coachee und seine Themen ein. Der Coachee wird vom Coach nicht in eine bestimmte Richtung geführt, genauso wie wir eine Pflanze nicht schneller wachsen lassen können, indem wir an den Blättern ziehen.
  • Für mich schließt non-direktives Coaching Ratschläge durchaus mit ein. Ist der Coach mit seinem Wissen z. B. in Sachen Kommunikation als Experte oder als Ratgeber gefragt, kann dieser Angebote machen, die der Coachee für sich prüft, ob diese für den Coachee in der jeweiligen Situation passen.
  • Non-direktiv heißt für mich nicht, dass der Coach keine Kontrolle über das Gespräch hat oder untätig ist nach dem Motto „Sie bezahlen mich nicht fürs Schweigen“. Non-direktive Gesprächsführung heißt lediglich, dass der Coachee den Inhalt bestimmt. Der Coach steuert in der personenzentrierten Gesprächsführung allerdings den Gesprächsprozess und gestaltet den Tiefgang des Gesprächs. Der Coach bereitet den Boden, dass der Coachee tiefer als sonst in sein Thema einsteigen und in Richtungen wachsen kann, die der Coachee bestimmt. Zum Beispiel dadurch, dass der Coachee Facetten seines Themas entdeckt, die er vorher nicht bedacht hat oder Ressourcen aufspürt, die ihm zuvor nicht bewusst waren.

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